Am 5. Mai 2026 lädt die Open Fiber Austria zur 4. Jahrestagung nach Linz. In der
Wirtschaftskammer Oberösterreich geht es diesmal nicht nur um neue Zahlen zum
Glasfaserausbau, sondern vor allem um deren Einordnung: Wo steht Österreich im
europäischen Vergleich, wo kommt der Ausbau bereits spürbar voran und welche Rolle
spielen Internet Service Provider dabei, bestehende FTTH-Infrastruktur stärker in Nutzung
zu bringen?
Die 4. OFAA Jahrestagung richtet den Blick heuer auf jene Faktoren, die für die weitere
Entwicklung des Glasfasermarktes in Österreich zunehmend entscheidend werden. Dazu
zählen die Take-Rate, die Vermarktung von FTTH-Anschlüssen, die Kupfer-Glas-Migration
sowie die stärkere Aktivierung bestehender Netze. „Ein leistungsfähiger Glasfaserausbau
entsteht nicht im Alleingang. Er braucht Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und den
gemeinsamen Willen, Infrastruktur so zu denken, dass sie Unternehmen, Regionen und
Menschen langfristig stärkt. Genau darin liegt auch unsere Aufgabe als
Interessenvertretung: Akteure zusammenzubringen und die Voraussetzungen für einen
zukunftsfähigen Standort mitzugestalten“, betont Mario Treiblmair, Vorsitzender der
Fachvertretung Rundfunk und Telekommunikation der Wirtschaftskammer Oberösterreich.
Abg. Mag. Michael Hammer ist Bürgermeister der Marktgemeinde Altenberg bei Linz und
macht deutlich, wie eng lokale Entwicklung und nationale Rahmenbedingungen beim
Glasfaserausbau zusammenhängen: „Wer den Glasfaserausbau in der eigenen Gemeinde
erlebt, sieht unmittelbar, wie stark digitale Infrastruktur heute mit Lebensqualität,
Standortattraktivität und wirtschaftlicher Entwicklung verbunden ist. Genau deshalb braucht
es auch auf nationaler Ebene den klaren Willen, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Wo Österreich steht – und was die Zahlen wirklich zeigen
Österreich erreicht im FTTH/B Global Ranking 2026 eine Glasfasernetzverfügbarkeit von 58
Prozent und liegt damit weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt. Bei offenen Netzen
erreicht die Take-Rate bereits knapp 50 Prozent. Diese Zahlen machen deutlich, dass der
Ausbau vorankommt, der Markt damit aber noch nicht automatisch sein volles Potenzial
ausschöpft. Einen vertieften Blick auf den Markt ermöglicht zudem eine interne Auswertung
zur Kupfer-Glas-Migration und zur Entwicklung der Take-Rate. Dadurch wird einerseits
deutlich, wie Österreich im internationalen Vergleich einzuordnen ist, andererseits aber
auch, wie differenziert die Marktentwicklung tatsächlich betrachtet werden muss. Gerade
bei offenen Netzen zeigen sich dabei Stärken, die in aggregierten Gesamtzahlen oft nicht
ausreichend abgebildet werden.
Wie offene Netze besser in den Markt kommen
Im Business Talk stehen die Vermarktung von FTTH-Anschlüssen, die Rolle der Internet
Service Provider in offenen Netzen sowie jene Marktbedingungen im Mittelpunkt, die eine
höhere Take-Rate begünstigen. Für Marco Resch, Geschäftsführer von teletronic, ist dabei
ein Punkt zentral: „Fairen Wettbewerb in offenen Netzen gibt es nur im
Wholesale-Only-Modell, also wenn Netzeigentümer und -betreiber weder selbst noch
indirekt durch wirtschaftliche Beteiligungen an ISPs Endkundendienstleistungen anbieten.“
Philipp Machac, Geschäftsführer der tirolnet GmbH, ergänzt: „Offene Netze schaffen die
Voraussetzungen für mehr Wettbewerb und Produktvielfalt. Der nächste Schritt ist, diese
Stärke noch konsequenter in Nutzung zu übersetzen – mit starken Angeboten, klarer
Vermarktung und einer engen Zusammenarbeit zwischen Netzbesitzern und ISPs.“
Österreich hat beim Glasfaserausbau aufgeholt. Ob daraus auch echte Marktwirkung
entsteht, ist nun die entscheidende Frage. Genau dort setzt die Jahrestagung der Open
Fiber Austria an.
Als Medienvertreter:in laden wir Sie herzlich zur 4. Jahrestagung der Open Fiber Austria
ein.