Der rasant steigende Datenverbrauch erfordert einen zügigen Glasfaserausbau – nicht nur im urbanen, sondern vor allem auch im ländlichen Raum. Damit ein flächendeckender Ausbau einer gigabitfähigen Glasfaser-Infrastruktur vorangetrieben werden kann, ist eine Weiterführung der geplanten Förderungen des Bundes für offene Glasfasernetze dringend notwendig, denn „ohne eine starke InternetInfrastruktur, die alle Regionen Österreichs umfasst, verliert Österreich seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit“ sagt Dr. Igor Brusic, Präsident der Open Fiber Austria.
Internetnutzung nimmt rapide zu
Laut der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, RTR, wurden im ersten Quartal 2023 im festen Breitband rund sechs Prozent mehr und im mobilen Bereich 15 Prozent mehr Daten konsumiert als im Vorjahr. „Damit bereits in naher Zukunft für alle Menschen in Österreich ein schneller und stabiler Zugang
zum Internet sichergestellt werden kann, sind weiterhin Investitionen in eine digitale Infrastruktur erforderlich“, bekräftigt OFAA-Präsident Igor Brusic.
Mit den bisherigen Förderungen – der zweiten und dritten Breitbandmilliarde – wurde bereits viel erreicht, mittlerweile haben 69% aller Haushalte Zugang zu gigabitfähigem Internet. Laut Staatssekretär Florian Tursky ist dies das Fünffache als noch zu Beginn der Regierungsperiode. Der neue Fördercall sollte
zielgerichtet 200.000 Haushalten im ländlichen Bereich ermöglichen, sich an die digitale Welt anzuschließen. „Wir möchten Staatssekretär Turksy ermutigen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, denn es ist unser gemeinsames Ziel, Österreich an der Spitze des Europäischen Glasfaser-Rankings zu sehen und nicht als Schlusslicht, wo wir derzeit positioniert sind“, bringt Brusic die Problematik auf den Punkt.
Förderung der offenen Glasfaser-Infrastruktur ist vital und kurbelt regionale Wirtschaft an
Förderungen über das OpenNet Förderprogramm können nur Netzbesitzer in Anspruch nehmen, die offene Glasfasernetze bis zum Endkunden bauen und selbst kein Anbieter sind. Diese Förderungen fließen vorrangig in ländliche Regionen, wo auch kleine bzw. lokale Baufirmen zum Zuge kommen. Bei
Förderungen bleibt somit letztlich nicht nur das Netz, sondern überwiegend auch das investierte Geld in der Ausbauregion.
Dem Argument der „Internetoffensive Österreich“, die sich für ein Ende der Breitbandausbauförderung ausspricht und stattdessen das Geld lieber in Werbung zur Erhöhung der Nachfrage in bestehende Netze investieren möchte, kann Brusic wenig abgewinnen: „Wir verstehen, dass Netzbesitzer, die
gleichzeitig auch Anbieter auf ihren Netzen sind, eine Nachfrageförderung fordern, denn die Beliebtheit der „nicht offenen“ und schon gebauten
Glasfasernetze hält sich angesichts der fehlenden Wahlfreiheit hinsichtlich
Produkte und Dienstleistungen in Grenzen. Im Gegensatz dazu ermöglichen
offene Netze dem Endkunden eine individuelle Wahlmöglichkeit – er hat die
Freiheit, sich für einen offenen Glasfaseranschluss zu entscheiden und unter den
bis zu 20 Anbietern den für sich besten Anbieter bzw. das beste Produkt
auszuwählen. Dass dies vielen Konsumenten ein besonders großes Anliegen ist,
wird anhand der Zahl der aktiven Nutzer (s.g. Take-Rate) von bis zu 60 Prozent
mehr als deutlich.“