Die 1. OFAA Jahrestagung wird unter dem Motto „Open Access in Österreich“ als Hybridveranstaltung im Julius Raab Saal der WKO in Wien durchgeführt. International besetzte Keynote Speaker und spannende Businesstalks zu u.a. folgenden Themen stehen am Programm:
Offene Netze und ihre Nutzung – Wie funktioniert das mit der Take-Rate?
Offene Glasfasernetze stellen sicher, dass die Kundinnen und Kunden aus unterschiedlichen
Internetprodukten wählen können. Die nahezu unbegrenzten Kapazitäten der Infrastruktur
können gleichzeitig von vielen Diensteanbietern genutzt werden und niemand muss seine
zusätzliche eigene Infrastruktur bauen. Die Infrastrukturbesitzer sollten die Netze in jeder
Gemeinde flächendeckend errichten, also für jeden einzelnen Haushalt oder Betrieb. Dabei
ist es unerlässlich, dass Infrastrukturbesitzer und Netzbetreiber keine Dienste für die
Endkunden anbieten, sondern ausschließlich Vorleistungsprodukte für die Internet Service
Provider (ISP) zur Verfügung stellen. Es herrschen somit faire Wettbewerbsbedingungen für
mehrere verschiedene Service Provider, die ihre Produkte in echter Glasfasergeschwindigkeit
verkaufen können. „Heute zeigen offene Netze eine Bestellquote (sogenannte „Take Up
Rate“) von über 40% aller Haushalte im Ausbaubereich innerhalb einer Gemeinde. Je mehr
die echten offenen Netze mit verschiedenen Anbietern wachsen, desto höher steigen auch
Nachfrage und Take Up-Rates. Der ISP-Wettbewerb gewährleistet faire Endkundenpreise
und sichert eine attraktive Dienste-Qualität. Und darüber hinaus sorgt eine hohe Auslastung
der Netze für schnellere Refinanzierung. Auch ein strategischer Überbau wird somit
hinfällig“, fasst Igor Brusic, Präsident der OFAA, zusammen. Wettbewerb findet demnach nur
auf der Diensteebene statt und nicht auf der Ebene der sehr kostenintensiven Infrastruktur.
FTTH als kritische Infrastruktur
Die Glasfasertechnologie ist ein Zukunftsgarant und zählt zu den wichtigsten Infrastrukturen
in allen Lebensbereichen. Sie gewährleistet auch in Krisenfällen eine gesicherte
Kommunikation. Ähnlich wie bei Strom, Gas oder Wasser muss dauerhaft eine
funktionierende und sichere Infrastruktur zur Verfügung stehen. Daher sollte die öffentliche
Hand in Telekommunikationsgesetze viel mehr strukturierend eingreifen, besonders in
Hinblick auf Sicherheits- und Redundanzfragen. Martin Wachutka, Vizepräsident der OFAA:
„Glasfaserleitungen müssen jederzeit funktionieren und eine Redundanz muss sichergestellt
sein. Wir brauchen die Glasfaser als Teil der kritischen Infrastruktur. Glasfaser im Haus soll
gleich und selbstverständlich sein wie Strom Wasser und Kanal. Die öffentliche Hand hier
gefragt dafür die entsprechenden Normen und Regeln zu definieren.“